Maßnahmen gegen Kinderarmut müssen bei Alleinerziehenden ankommen

erstellt von: Petra Beck

Berlin, 07. Februar 2018. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) begrüßt, dass CDU/CSU und SPD sich im Koalitionsvertrag auf Maßnahmen gegen Kinderarmut geeinigt haben. Damit ein erhöhter Kinderzuschlag bei der Mehrheit der in Armut lebenden Kinder ankommt, braucht es weitere Reformen an der Schnittstelle zum Unterhaltsvorschuss. Denn obwohl Einelternfamilien überproportional armutsgefährdet sind, erhalten sie bisher häufig gar keinen Kinderzuschlag und profitieren kaum von höherem Kindergeld.

Wie dringend der Handlungsbedarf ist, unterstreichen die Ergebnisse einer heute veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung zur Einkommensentwicklung unterschiedlicher Familienformen. Demnach sind mit 68 Prozent deutlich mehr Alleinerziehende und ihre Kinder armutsgefährdet, als bislang angenommen. Dass ein Grund dafür im schlechten Zusammenwirken unterschiedlicher Leistungen liegt, zeigt auch eine aktuelle Umfrage des VAMV: Alleinerziehende mit kleinen Einkommen können mit dem erweiterten Unterhaltsvorschuss schlechter dastehen als zuvor, da sie keinen Kinderzuschlag, kein Wohngeld und damit auch keine Bildungs- und Teilhabeleistungen mehr erhalten.
Erika Biehn, Bundesvorsitzende des VAMV, sagt dazu:
„SPD und CDU/CSU wollen laut Koalitionsvertrag prüfen, wie Kinderzuschlag, Wohngeld und Unterhaltsvorschuss bzw. Unterhalt besser aufeinander abgestimmt werden können. Es ist ein Fortschritt, dass die Politik das Problem erkannt hat. Denn Alleinerziehende mit wenig Geld haben nur etwas von einem höheren Kinderzuschlag, wenn der Unterhaltsvorschuss nicht mehr angerechnet wird. Eine neue Regierung muss dieses Problem lösen, ansonsten gehen die geplanten Maßnahmen wieder einmal an der Mehrheit der armutsbetroffenen Kinder vorbei.
Die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie bestätigen uns in unserer Forderung, dass die Politik endlich den Mut zu einem grundlegenden Systemwechsel in der Familienförderung aufbringen muss. Wir brauchen eine Kindergrundsicherung als einheitliche existenzsichernde Geldleistung, die alle Kinder gleichermaßen erreicht, unabhängig von der Familienform und dem Einkommen der Eltern. Wenn die Politik Alleinerziehende und ihre Kinder wirklich aus der Armut holen will, muss sie außerdem eine kostenfreie und bedarfsgerechte Infrastruktur für Bildung und Betreuung bereitstellen. Wir begrüßen, dass eine mögliche neue Bundesregierung laut Koalitionsvertrag weitere Schritte in diese Richtung machen möchte.“
Die ausführliche Auswertung unserer kürzlich veröffentlichten Umfrage inklusive anschaulicher Fallbeispiele finden Sie unter www.vamv.de. Weiterlesen: Maßnahmen gegen Kinderarmut müssen bei Alleinerziehenden ankommen

Was ist neu beim Unterhaltsvorschuss ab 1. Juli 2017?

erstellt von: Petra Beck

Der Ausbau des Unterhaltsvorschuss tritt am 1. Juli 2017 in Kraft.

Wenn Sie vom anderen Elternteil Ihres Kindes dauerhaft getrennt leben oder dieser verstorben ist und Ihr Kind weder Unterhalt vom anderen Elternteil noch Waisenbezüge bekommt oder der gezahlte Unterhalt oder die Waisenbezüge unter dem Mindestunterhalt liegen, können Sie bei der Unterhaltsvorschusskasse Unterhaltsvorschuss beantragen. Das Kind muss zudem in häuslicher Gemeinschaft mit Ihnen leben und bei Ihnen seinen Lebensmittelpunkt
haben. Das gemeinsame Sorgerecht steht einem Anspruch auf Unterhaltsvorschussnicht entgegen. Mit dem 18. Geburtstag des Kindes endet der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss.

Was ändert sich für Sie als Alleinerziehende durch die Reform?
Ein Informationspapier zur Reform finden Sie hier.

Dialog in Gera: Allein, alleiner, alleinerziehend

erstellt von: Petra Beck

Am Donnerstag, 8. Juni 2017, ab 16.30 Uhr, laden VAMV Landesverband und Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Thüringen, zu einer Buchlesung mit Gesprächsrunde ein. Christine Finke, Alleinerziehende und Bloggerin, liest aus ihrem Buch.

Herzlich willkommen sind alle Interessierten, denn strukturelle Defizite für Familien treffen alle, Alleinerziehende nur härter.

Kinderbetreuung wird angeboten – Rückmeldung bis 29. Mai 2017, mit Angabe des Alters der Kinder.

Wie die Gesellschaft uns verrät und unsere Kinder im Stich lässt
Wir leben in einer Gesellschaft, deren Strukturen noch immer auf das klassische Familienmodell ausgelegt sind: Der Vater arbeitet voll, die Mutter arbeitet Teilzeit und kümmert sich hauptsächlich um die Kinder und Haushaltsarbeiten, und wird ein Familienmitglied krank, fängt man das innerhalb der Familie auf. An diesem Modell angepasst sind auch das deutsche Steuer- und Rentensystem und die Betreuungszeiten der Kitas und Schulen. Doch wie vereinbaren Alleinerziehende Erwerbsarbeit und Care-Arbeit? Laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend besteht aktuell beinahe jede fünfte Familie aus einem alleinerziehenden Elternteil. Im Jahr 2015 waren es rund 409.000 alleinerziehende Väter und rund 2.331.000 alleinerziehende Mütter. Steuerliche Benachteiligung, Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, drohende Altersarmut oder schlicht Erschöpfung beim Kampf um den Spagat zwischen Familie und Beruf, sind sichtbare Nachteile dieser Familienform.
Christine Finke ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern und weiß genau, wovon sie spricht. Sie zeigt in Ihrem Buch Schwachstellen und Ungerechtigkeiten auf und sagt, was sich dringend ändern muss, damit ein Teil unserer Gesellschaft nicht länger alleine da steht.
Welchen besonderen Herausforderungen stehen Alleinerziehende gegenüber? Welche politischen Maßnahmen nehmen Alleinerziehende mehr in den Blick? Und wie können wir gegen die gesellschaftliche Ausgrenzung Alleinerziehender ankämpfen?

Viola Schirneck als Vorstand des AKF Thüringen gewählt

erstellt von: Petra Beck

Erfurt, 18. Februar 2017.  Turnusmäßig wurde im Februar der ehrenamtliche Vorstand des Arbeitskreises Thüringer Familienorganisationen (AKF Thüringen e.V.) neu gewählt. Die Vorsitzende ist nun Ute Birckner, Landesgeschäftsführerin der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen (eaf). Als 2. Vorsitzende wählte das Gremium Viola Schirneck, Landesvorsitzende unseres VAMV. Damit übernimmt unser Verband auch wieder die Geschäftsführung des AKF (in Thüringen wird diese Aufgabe nicht vergütet).

Die Aufgaben des Gremiums sind schon klar umrissen: Wichtige familienpolitische Veränderungen auf Landes- und Bundesebene sind abzusehen. In Thüringen wird das Landesprogramm solidarisches Zusammenleben diskutiert, welches die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Familienförderung auf Landesebene umfassend verändern wird. Die Städte- und Gebietsreform ist in Vorbereitung und das SGB VIII wird auf Bundesebene novelliert. Dabei werden die Familienorganisationen weiterhin in bewährter Weise als konstruktiv-kritische Partnerinnen diese Prozesse auf Landesebene im Sinne der Familien nicht nur begleiten, sondern sie mitgestalten.

erstellt von: Petra Beck

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